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24-09-2018

„In einer Zeit, in der alle national denken, denken wir international“

Frauenkirchentag der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland nimmt „Grenzgängerinnen“ in den Blick

Der Frauenkirchentag Mitte der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland fand am Samstag, den 22. September im evangelischen Gemeindezentrum Hückelhoven im Kirchenkreis Jülich statt. Das Thema „Grenzgängerinnen - Grenzerfahrungen zwischen Himmel und Erde“ lockte über 100 Frauen ins deutsch-niederländische Grenzgebiet, um über die Bandbreite von Grenzerfahrungen nachzudenken und sich auszutauschen.

Frauen - mutig und stark für Frieden und Gerechtigkeit

Pfarrerin Dorothee Schaper, Frauenbeauftragte des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region und Mitarbeiterin der Melanchthon-Akademie, stellte in ihrer Predigt drei pazifistische Grenzgängerinnen in den Mittelpunkt, die schon vor über 100 Jahren für Frauenrechte und Frauenwahlrecht kämpften: die deutschen Frauenrechtlerinnen Lida Gustava Heymann und Anita Augspurg sowie die niederländische Feministin Rosa Manus. Alle drei organisierten den Internationalen Frauenfriedenskongress 1915 in Den Haag, zu dem über 1000 Frauen aus 13 verschiedenen Ländern kamen. „In einer Zeit, in der alle national denken, denken wir international“, zitierte Frau Schaper die Akteurinnen. Die Biografien dieser mutigen Frauen ermutigen auch uns heute, Position zu beziehen und uns einzusetzen.

Der Eröffnungsgottesdienst wurde musikalisch mitgestaltet vom JazzChor Mönchengladbach unter Leitung von Andrea Kaiser. Durch die fantastisch arrangierten Songs wurde er zu einem ganz besonderen Hörgenuss.

Grenzerfahrungen praktisch – vielfältiges Workshop-Angebot

Um „Grenzgängerinnen“ der letzten Jahrhunderte und um „Türöffnerinnen“ auf dem Weg zu mehr Chancengleichheit ging es auch in einem der Workshops. Einige Frauen lernten die eigene „kulturelle Brille“ im Umgang mit anderen Menschen wahrzunehmen, andere tauschten sich über Grenzerfahrungen in der Pflege aus: eigene Grenzen sowie die Grenzen der zu Pflegenden. Das alte Symbol des Labyrinths lud dazu ein, Grenzen und Freiheiten im Labyrinth des Lebens zu entdecken. Einige Frauen machten Grenzerfahrungen mit Stilleübungen mitten in der Stadt, andere lernten beim Singen und Trommeln eigene Grenzen zu überschreiten. Der Frauenkirchentag war für alle ein stärkender Tag.   

Christine Kucharski

Pressemitteilung

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