Region Mitte

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Neues aus der Region Mitte

Frauengeschichte im Kirchenkreis Lennep

30 Jahre Ausschuss für Frauenfragen

Eine Einladung zu einer kleinen Jubiläumsfeier vom Kirchenkreis Lennep ließ viele Erinnerungen lebendig werden:

Seit 1988 lief die Ökumenische Dekade „Kirchen in Solidarität mit Frauen“. vom Superintendent kam 1989 der Auftrag: „Es soll in jedem Kirchenkreis verbindlich die Möglichkeit geschaffen werden, daß Frauen zu Begegnungen eingeladen werden, um die Fragen zu diskutieren, die Frauen im Blick auf ihre Kirche bewegen.
Ca. 60 Frauen kamen zu einer ersten Frauenversammlung nach Radevormwald: Mitarbeiterinnen im Kirchenkreis und in den Gemeindeämtern, Frauen aus den Frauenhilfegruppen und Gesprächskreisen, aus Mutter-Kind-Gruppen, Gottesdienstbesucherinnen, Pfarrerinnen und Gemeindeschwestern. Sie formulierten u.a. diese Erfahrungen und Wünsche:   

  • Wir wünschen uns mehr Frauen in den Presbyterien!
  • Trauen wir Frauen uns, die Stimme  zu erheben!
  • Feministische Theologie soll ihren Platz finden.
  • Entscheidungen in Kirche sollen sachrelevant und nicht geschlechtsspezifisch fallen.
  • In Kirche und Theologie soll frauengerechte Sprache verwendet werden.
  • Kann ehrenamtliche Arbeit sozial abgesichert sein?

Die Leitung des neuen Arbeitskreises „Frauen in der Kirche“ hatte Irmgard Girolstein, Synodalbeauftragte für Frauenarbeit und Vorsitzende des Kreisverbandes Lennep der Evangelischen Frauenhilfe. Das Miteinander von Ev. Frauenhilfe und Arbeitskreis bzw. seit 1992 „Ausschuss für Frauenfragen“ blieb bis in die Gegenwart bestehen! Wir haben uns ausgetauscht und unterstützt und uns gemeinsam für eine „Frauenbeauftragte“ im Kirchenkreis stark gemacht.

Mit den „Kontaktfrauen“ in den Gemeinden und mit Presseveröffent-lichungen informierten wir über den Weg zu einem landeskirchlichen Frauenreferat. In unserem Kirchenkreis kamen sehr unterschiedliche Themen zur Sprache:

  • Die Kirche und ihre Finanzen
  • Man hört mir zu (Die Frau schweige in der Gemeinde!)
  • Schutz des (un)geborenen Lebens, u.v.a.

Es war uns wichtig, in verschiedenen Regionen des Kirchenkreises präsent zu sein und uns mit Frauen in anderen Kirchenkreisen auszutauschen.

Wir führten mühsame Debatten im Kirchenkreis über „die Gleichberechtigung von Frau und Mann“, aber im Organigramm erschien „Frauenarbeit“ zunächst gar nicht! Es folgten hartnäckige Verhandlungen mit dem Superintendenten und dem KSV. Der Ausschuss erarbeitete ein Konzept, forderte eine kreiskirchliche Frauenbeauftragte und erstellte ein Finanzkonzept. Bis dahin war alle Frauenarbeit ehrenamtlich geleistet worden!

Am 15.11.2001 war es dann endlich so weit: Andrea Hansen wurde Frauenbeauftragte im Kirchenkreis Lennep! Mit ihren zunächst sechs Wochenstunden sollte sie frauenspezifische Themen anbieten, Frauenarbeit im Kirchenkreis vernetzen, feministische Impulse in die theologische Arbeit mit Frauen einbringen und mit inner- und außerkirchlichen Institutionen der Frauenarbeit kooperieren. Sie stellte sich der Aufgabe, baute ein Netzwerk auf und entwickelte vielfältige Angebote: Workshops in Feministischer Theologie, Interreligiöser Frauentreff, Kreiskirchliche Frauentage, Frauenwandertage, „Frauenmahle“ u.v.m.

 

Während der Pandemie brachte Andrea Hansen eine Brief- und Wichtelaktion auf den Weg, um Kontakte in veränderter Weise möglich zu machen. Die Frauenbeauftragte und der Ausschuss für Frauenfragen nehmen die Chance wahr, dass Kirche zu vielen alltäglichen, politischen und gesellschaftlichen Themen gehört wird. Deshalb sind Verbindungen über Konfessions- und Altersgrenzen hinweg so wichtig. Glücklicherweise wurde Frau Hansens Stelle inzwischen entfristet. Sie ist eine der wenigen verbliebenen Frauenreferentinnen in der Evangelischen Kirche im Rheinland!

Ende 2020 löste sich der Kreisverband Lennep auf. Wir wissen unsere Arbeit im Ausschuss für Frauenfragen gut aufgehoben und freuen uns, dass den Frauen in unserem Kirchenkreis weiter viele Angebote gemacht werden. Leben verändert sich stetig. Manche Anliegen der Frauen von damals sind bearbeitet, Fragen beantwortet. Viele Themen sind nach wie vor aktuell und bedürfen des Engagements von Frauen!

„30 Jahre Ausschuss für Frauenfragen“ und „20 Jahre hauptamtliche Frauenbeauftragte“ im Kirchenkreis Lennep sind ein Grund zum Feiern. Von Herzen wünsche ich allen für die Zukunft ein segensreiches Wirken.

Katrin Weber (Mitteilungen 2021-01)

Ansprechpartnerin


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Ulrike Schalenbach
Regionalreferentin Region Mitte, Weltgebetstagsreferentin

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Von Märchen und Masken

Wie wäre es mal mit einer Märchen-Wanderung? Jedes Jahr bieten der Ausschuss für Frauenarbeit und die Frauenreferentin des Kirchenkreises Lennep gemeinsam eine Frauenwanderung an, diesmal in besonderer Form: Zum Thema „Märchen“ haben Frauen aus dem Kirchenkreis ihre Gedanken gesammelt, Märchen ausgewählt, die sie schon lange begleiten, und überlegt, welchen Bezug zu ihrem Glauben die jeweilige Erzählung hat.

In einem Heft wird eine Wanderstrecke mit sieben Haltepunkten vorgeschlagen, an denen jeweils ein Märchen betrachtet wird. Zwar liegt die Strecke in Radevormwald, doch sie lässt sich anhand der exakten Beschreibung und Fotos gut nachvollziehen. Aber auch alleine schon die insgesamt elf Märchen mit den Gedanken der Frauen sind es wert, gelesen und bedacht zu werden. Bei Interesse können Sie sich das Heft bestellen bei: Andrea.Hansen(at)kklennep.de.

Draußen kann man natürlich immer zusammen sein, viele Gruppen treffen sich inzwischen aber auch wieder in Räumen, manche auch in einer Kirche oder Gaststätte, falls das Gemeindehaus noch nicht wieder offen ist. Eine auffällige aber notwendige Einschränkung bleibt dabei überall das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes („Maske“), mindestens bis alle am Tisch sitzen. Mit der Zeit sind bei den Masken immer neue Muster und Farben aufgekommen. Haben Sie auch selbst genäht? Wenn Sie sich wieder treffen, veranstalten Sie doch eine Masken-Hitparade: Vergleichen Sie doch einmal Ihre Modelle und küren Sie die schönste von allen (es gibt sehr witzige Motive).

Versuchen Sie auch, ein Fazit zu ziehen: Waren die vergangenen „Corona-Monate“ eher schwierig und belastend oder gab es auch schöne Momente? Haben Sie etwas gelernt? Was soll von dem neu Entdeckten und Eingeübten bleiben? Es gab und gibt so viele Ideen, etwas aus der Situation zu machen und miteinander in Kontakt zu bleiben. Wenn Sie mögen, erzählen Sie einander davon (gerne auch mir)!

Ulrike Schalenbach (Mitteilungen 2020-2)