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Neues aus der Region Süd

Edel Mihm - Eine Frauengeschichte aus dem Saarland

Jedes Jahr reise ich durch das Rheinland, um Frauen vom Weltgebetstag zu erzählen. Irgendwann fragte mich Edel Mihm, eine Frauenhilfefrau aus Saarbrücken mit viel Herzblut für den WGT, ob ich am Abend mit ihr essen gehen möchte. Es wurde ein spannender Abend mit vielen Geschichten, Anekdoten und Erlebnissen. Edel Mihms Erzählungen haben meine Neugierde geweckt und mein Herz berührt. Seitdem treffen wir uns einmal im Jahr zum gemeinsamen Essen und Frauengeschichten-Erzählen.

Was Edel Mihm zu erzählen hat, ist ausgesprochen spannend. Viele Episoden und Geschichten handeln von ihrer engen Verbundenheit mit Menschen, insbesondere mit Frauen in El Salvador. Das Land lernte sie 1969 kennen. Ein Jahr lebte sie mit ihrem Ehemann und ihren zwei Söhnen in San Salvador. Unter der Woche auf sich alleine gestellt, die Söhne in der Schule und der Mann im Land beruflich unterwegs, lernte sie innerhalb von drei Wochen Spanisch. Sie lernte die Menschen und das Land lieben und blieb in einem intensiven Austausch mit Menschen, die damals schon in der Opposition aktiv waren und einen nahenden Bürgerkrieg befürchteten. Sie behielten Recht. Viele Freundinnen und Freunde, besonders aus dem kirchlichen Bereich, wurden während des 11jährigen Bürgerkriegs getötet.

Der Aufenthalt in El Salvador und die bewegenden Kontakte bewirkten, dass sich Edel Mihm auch in Deutschland beruflich und privat an den verschiedensten Orten für Menschenrechte einsetzte. Sie gehörte z.B. zu einer Delegation von vier Frauen aus Deutschland, die vom Weltrat der Kirchen und vom Lutherischen Weltbund ausgewählt wurden, im Jahr 1989 nach El Salvador zu reisen. Der Bürgerkrieg war auf seinem Höhepunkt angelangt. Die Frauendelegationen aus vielen verschiedenen Ländern gehörten zu einer „Hoffnungskette“ der Kirchen. Ihre Aufgabe war es, 14 Tage mit offenen Ohren und Augen durch das Land zu reisen, den Geschichten der Menschen zu lauschen und diese Erlebnisse mitzunehmen, um davon in ihren Heimatländern zu erzählen. Sie hörten von Verschleppungen, Folterungen und Ermordungen von unzähligen Menschenrechtsverletzungen. Edel Mihm berichtete überall von dem, was sie erlebt, gehört und gesehen hatte. Menschenrechte und Chancengerechtigkeit wurden ihre Lebensthemen.

Edel Mihm wurde Mitglied bei Amnesty International und dort überregional aktiv. Auf dem Kirchentag 1996 lernte sie Frauen aus dem Marie-Schlei-Verein kennen. Dort war sie dann über mehrere Jahre im Vorstand und für die Frauenprojekte in Mittelamerika, Mexiko und Panama zuständig. Alle zwei Jahre zog es sie nach El Salvador. Wenn es sich einrichten ließ, reiste sie gerne um den 24. März, dem Todestag von Erzbischof Oskar Romero, dessen Ermordung 1980 weltweit zu großem Entsetzen geführt hatte. Um seinen Todestag herum finden regelmäßig Workshops und Kulturveranstaltungen zum Thema Menschenrechte statt. Ich glaube, Edel Mihm könnte ein spannendes Buch füllen mit dem, was sie auf ihren Reisen erlebt hat.

Wichtig zu wissen: Ihr Engagement bei Amnesty International, im Marie-Schlei-Verein und im Eine-Welt-Laden waren ehrenamtlich. Hauptberuflich arbeitete Edel Mihm über mehrere  Jahre als Redakteurin beim SONNTAGSGRUSS, einem evangelischen Wochenblatt.

Weitere 12 Jahre setzte sie sich in der Saarländischen Landesverwaltung für Flüchtlinge ein. Auch nach 21 Jahren, so lange ist sie mittlerweile in Rente, ist sie bei den ehemals Geflüchteten eindrücklich in Erinnerung. Hierzu erzählte Edel Mihm folgende Begebenheit: Vor einiger Zeit zog eine kurdische Frau in ihre Nachbarschaft. Diese klingelte kürzlich bei ihr und fragte: „Sind Sie DIE Edel Mihm?“ Edel Mihm fragte zurück, wie sie das meinte. „Ja, ich
meine, sind Sie wirklich DIE Edel Mihm?“ – Über andere kurdische Familien hatte die neue Nachbarin gehört, wie sehr sich DIE Edel Mihm bei Asylfragen für viele Familien erfolgreich zum Thema Familienzusammenführung eingesetzt hat.

Seitdem sie Rentnerin ist, ist Edel Mihm mit Begeisterung in der Frauenhilfe und beim Weltgebetstag in ihrer Gemeinde aktiv. Ihr Herz ist nach wie vor eng mit den Menschen in El Salvador verbunden.

Wir beide, Edel Mihm und ich, freuen uns schon sehr darauf, nächstes Jahr wieder zusammen essen zu gehen und uns Frauengeschichten zu erzählen.

Iris Pupak (Mitteilungen 2021-01)

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Iris Pupak
Regionalreferentin Region Süd, Weltgebetstagsreferentin

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Eine etwas andere Reise durch Europa

Diesmal schreibe ich etwas für die Region Süd und lade Sie zu einer etwas anderen Europa-Reise ein. Ich selbst reise gerne, weil ich Freude daran habe, „das Andere“, „das mir Fremde“, „das Besondere“ eines Landes mit allen Sinnen zu entdecken: die Farben, die Gerüche, die Musik, das Essen, die Menschen, das Typische…

Hier beginnt nun meine etwas andere Reise durch Europa. Zur Vorbereitung der Reise gehen Sie wie folgt vor:

  • Machen Sie sich eine Liste, mit den europäischen Ländern, die Sie sich anschauen möchten.

Zu jedem Land notieren Sie die typischen Dinge, die Ihnen zu dem Land einfallen. Zum Beispiel: Spanien: Flamenco, Siesta, Tapas, Paella, Jakobsweg… / Frankreich: Baguette, Käse, Chanson, Flammkuchen, Mode, Parfüm… / Dänemark: Hyggelige Gemütlichkeit, Fahrrad, Hotdogs, Lakritze… / Slowenien: Cremeschnitte, Honig, Volksmusik… Wenn Ihnen ein Land noch vollkommen fremd ist, dann nehmen Sie das Internet zu Hilfe oder sprechen mit Menschen, die das Land kennen.

  • Notieren Sie auf einer Karteikarte die Dinge, die Sie benötigen, um das Land zu sich nach Hause zu holen. 

Zum Beispiel: MEIN TAG IN ITALIEN: Espresso, Spaghetti mit Tomatensauce, CD von Eros Ramazzotti, CD von Verdi, ein „virtueller Rundgang“ durch die Sixtinische Kapelle, Chianti, ein Krimi von Donna Leon…

  • Erstellen Sie eine Reiseroute und sortieren Sie die Karten passend zu Ihrer Reiseroute.

Und schon kann es losgehen. Ich wünsche Ihnen eine gute Reise!
 

Eine etwas andere ökumenische Abendwanderung

In den Kreisverbänden Hunsrück und Hunsrück-Mosel hat die ökumenische Abendwanderung mit vielen Frauen Tradition. Wegen Corona konnte diese leider nicht in gewohnter Weise stattfinden. Susanne Reuter (Frauenreferentin im Kirchenkreis Simmern-Trarbach) und Hildegard Forster (Pastoralreferentin im Dekanat Simmern-Kastellaun) erstellten als Alternative ein kleines Heft mit vielen meditativen Texten, die zu einer persönlichen Abendwanderung allein oder im kleinen Kreis einladen. Wer sich auch auf den Weg machen möchte, kann die Texte anfordern bei: susanne.reuter(at)ekir.de.

Iris Pupak (Mitteilungen 2020-2)