Monatsandachten

Andacht Februar 2020

Wagemutige Schritte auf dem Wasser

Jesus und der sinkende Petrus auf dem See (Mt 14, 25-33 )

Immer wieder gehen wir Wagnisse ein. Vertrauen zueinander, Vertrauen zu Gott und Selbstvertrauen helfen dabei.
Da ist zum Beispiel eine 80-jährige Frau, die es wagt, mit ihrem Rollator zu einer ersehnten Veranstaltung aufzubrechen, obwohl es in der U-Bahn übervoll ist. Und sie weiß, sie muss noch bis in die dritte Etage steigen, weil der Aufzug defekt ist. Aber sie vertraut darauf, dass sie es schafft, gut dort anzukommen.

Vertrauen - was haben Sie für Erfahrungen damit gemacht?
Fällt es Ihnen leicht, anderen zu vertrauen? Ihrer Familie, den Nachbarn oder dem Pflegedienst? Haben Sie ein gutes Selbstvertrauen? Und wie ist das mit dem Gottvertrauen?

Petrus hat so seine Erfahrungen damit gemacht.
Er und die anderen Jünger sind mit dem Boot auf dem Wasser und es kommt Sturm auf. Jesus ist abwesend. Der Wind lässt ihr kleines Boot wie eine Nussschale schaukeln. Es ist dunkel. Die Nacht ist hereingebrochen. Und dann sehen sie auch noch ein Gespenst. Manche von ihnen schreien vor Angst.

„Jesus aber spricht sie sofort an: Fasst Mut! Ich bin’s, fürchtet euch nicht!“
Aber wie kann man Mut fassen, wenn gerade alles ganz unsicher ist? Petrus will es wissen und fordert Jesus heraus. Er ruft: „Herr, wenn du es bist, dann befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen!“ Und Jesus sagt tatsächlich „Komm!

Und nun? - Petrus vertraut. Er macht das Unmögliche. Er läuft auf dem Wasser.  Er folgt dem Ruf Jesu: Komm!
Die anderen Jünger sehen, wie Petrus auf dem Wasser geht. Ob sie darüber staunen? Ob sie neidisch sind? Ob sie um ihn zittern oder ob sie ihn innerlich unterstützen und mit ihm darauf vertrauen, dass er es schafft? All das ist möglich.

Plötzlich aber sehen sie Petrus sinken. Sie hören ihn schreien: „Hilf mir, Herr!“
Das können sie gut nachvollziehen. Die ganze Nacht schon sehnten sie im Sturm die Hilfe Jesu herbei. Wo blieb er nur?
Und wie oft sehnen wir die Hilfe Jesu herbei, hoffen, dass es jemanden gibt, der uns in der Angst beisteht: In der Angst um die Zukunft für unsere Kinder. In der Angst, krank und abhängig von anderen zu werden. In der Angst, bestimmte Erwartungen nicht erfüllen zu können. In der Angst, die richtigen Entscheidungen zu treffen. In der Angst, die christlichen Werte könnten untergehen. In der Angst, …
Petrus spürt in seiner Angst, dass Jesus die Hand nach ihm ausstreckt und ihn fasst. Petrus erfährt Hilfe! Gott sei Dank!

Aber Petrus hört auch: „Du hast zu wenig Vertrauen. Warum hast du gezweifelt?“
Ist Petrus nun gescheitert? Werden die anderen Jünger ihn auslachen, weil er zu viel gewagt hat? Ja, warum hat er überhaupt gezweifelt?

Nun, vielleicht sind die Wellen um ihn herum zu hoch geschlagen. Vielleicht hat er Jesus aus dem Blick verloren. Da waren die Stimmen, die flüsterten, das kannst du doch gar nicht schaffen. Da waren die Selbstzweifel, der Gedanke, die anderen halten ihn für verrückt.

Jetzt aber spürt Petrus die haltende Hand Jesu. „Sie steigen ins Boot und der Wind legt sich.“
Und Petrus ist froh. Er ist um eine Erfahrung reicher. Jesus hat ihm zugetraut, über Wasser zu laufen! Und er hat es getan!

Ja, Gott setzt großes Vertrauen in uns Menschen!
Und Petrus antwortet mit Vertrauen. Er folgt dem Ruf Jesu und läuft über Wasser. Er hat darauf vertraut, dass es ihm gelingt.
Und als er gezweifelt hat? - Da hat er erfahren: Wenn ich drohe zu scheitern, streckt Jesus seine Hand nach mir aus. An seiner Hand kann ich wieder sicheren Boden unter den Füßen erhalten. Petrus hat erfahren, Vertrauen kann tragen und dennoch können Zweifel auftauchen. Aber selbst dann bleibt ihm die Erfahrung, ich bin über Wasser gelaufen und ich bin nicht untergegangen! Es gibt rettende Hände.

Kennen Sie diese Erfahrung?
Vielleicht ist es eine Freundin, die im Moment der größten Verzweiflung anruft, vielleicht ist es eine Arzt, der gut zuhört, was ihnen fehlt und mit ihnen überlegt, wie es weitergeht, vielleicht ist es ein fremder Mensch, der ihnen in der Straßenbahn beim Aussteigen hilft, so dass sie keine Angst haben müssen zu fallen, vielleicht ist es ein Enkelkind, dass Ihnen Mut macht, Ungewöhnliches zu tun, vielleicht ist es ein Gebet, in dem Sie Jesus an Ihrer Seite spüren.

Ich wünsche Ihnen, dass dieses Vertrauen, das Gott in jede von uns setzt, Ihnen die Angst nimmt und Mut macht. Erinnern wir uns daran bei wagemutigen Schritten oder in kritischen Situationen. Möge das Selbstvertrauen wachsen im Gottvertrauen. Denn Jesus ruft uns immer wieder zu, besonders wenn wir Gespenster sehen: „Fasst Mut! Ich bin’s, fürchtet euch nicht!“  (Katrin Meinhard)

(in: Evangelische Frauenhilfe im Rheinland (Hrsg.), Andachten 2020. Fürchtet euch nicht! 24 Andachten durch das Kirchenjahr)
 

Gebet

Jesus Christus,
du vertraust uns und rufst uns zu:
Fasst Mut! Fürchtet euch nicht!
Wir aber haben wie Petrus oft Angst,
in stürmischen Zeiten den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Sei du uns nah,
lass uns spüren, wo du uns deine Hand reichst,
dass wir immer wieder Halt und Sicherheit gewinnen,
dass wir mit neuem Mut Ungewohntes wagen,
auf andere zugehen, einander vertrauen
und deine Weisungen im Blick behalten.

Segne uns, dass wir einander segnen
im Vertrauen auf  deine Nähe und deinen Ruf:
„Fasst Mut, fürchtet euch nicht!“
 

Liedvorschläge

EG 591 Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht
EG 669 Herr, gib uns Mut zum Brücken bauen

Lieder zwischen Himmel und Erde:
Nr. 96  Nada te turbe / Nichts soll dich ängst’gen
Nr. 201 Du bist meine Zuflucht. Du bist meine Hoffnung.         

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