Evangelsiche Frauenhilfe im Rheinland
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Newsletter Januar 2022

Neues aus der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland e.V. und ihren diakonischen Einrichtungen

Gedanken zur Jahreslosung 2022

von Birgit Mattausch (www.united4rescue.org)

Jesus Christus spricht: Die zu mir kommt, die werde ich nicht abweisen. (Johannes 6,37)

Er ist nicht viel größer als eine Streichholzschachtel.
Er ist flach, graugrün mit schwarzer Schrift, glatt mit abgerundeten Ecken:
Mein Personalausweis der Bundesrepublik Deutschland.
Ich habe ihn immer im Geldbeutel.
Er bedeutet, dass ich ohne irgendeine Frage das Recht auf Mindestsicherung habe. Wählen darf. In diesem Teil der Welt wohnen, wo meine Würde unantastbar ist. Und dass ich quasi überall in der Welt einreisen kann und wieder ausreisen. Dass es im Zweifelsfall ein Außenministerium gibt, das alle Hebel in Bewegung setzt, um mich zurück zu holen.
Dass ich ihn habe, ist Zufall. Wäre ich anderswo von einer anderen Mutter geboren worden, hätte ich ihn nicht. Jedenfalls nicht einfach so.

Sie ist nur ein schlecht belichtetes Foto, eine Notiz in einem Kirchenbuch, das irgendwo in einem Pfarrbüro-Regal im Stuttgarter Umland liegt.
Sie ist eine Erinnerung, die ich nicht habe. Ein Datum, an dem meine Mutter mir eine WhatsApp schickt.
Sie ist eine Handvoll Leitungswasser und ein paar Wörter aus dem Mund eines Mannes in einem schwarzen Gewand an einem Sonntagmorgen im November 1975:
Meine Taufe.
Sie bedeutet für mich, dass ich einen Ort habe.
Ich gehöre in das Haus mit den vielen Wohnungen. Dort ist für mich ein Platz am Küchentisch. Immer. Und am allermeisten dann, wenn meine Seele die Dinge macht, die sie manchmal so macht: Angst haben, verloren sein, glauben, es solle mich nicht geben - jedenfalls nicht so.

"Die zu mir kommt, die werde ich nicht abweisen.", sagt Jesus. Und genau genommen muss ich nicht mal zu ihm kommen. Er ist schon da.
Das Haus und das Wort und die unantastbare Würde - sie sind immer um mich herum.
Ich breite meine Arme aus und da sind sie.
Manchmal vergesse ich das, aber dann erinnerst du mich.

Die Decks der Seenotrettungsschiffe, die grauen Decken, die goldenen-silbernen Folien, die Liege auf der Krankenstation an Bord: für manche von den Geretteten sind sie der erste sichere Ort ihres Lebens, der erste Safe Space nach Wüste und Lager und den überfüllten Booten, in denen das Salzwasser gemischt mit Benzin ihnen die Haut verätzt hat. Der erste Ort der unantastbaren Würde.
Wenn die Seenotretter*innen eines der Flüchtlingsboote sichten, dann lassen sie ein Beiboot zu Wasser, das sog. RHIB. Das Seenotrettungsschiff selber ist zu groß, um zu den kleinen Booten zu fahren, der Wellengang würde sie kentern lassen. Im RHIB ist eine Person nur für die Kommunikation zuständig. Sie sitzt ganz vorne und spricht mehrere Sprachen. Das RHIB umkreist das Flüchtlingsboot. Und die Kommunikatorin sagt, dass alle gleich evakuiert werden. Dass das große Schiff nicht zur libyschen Küstenwache gehört. Dass sie nicht zurückgebracht werden und nicht zurückgelassen, nicht erschossen. Dass sie aufatmen können und in Sicherheit sind.

Es ist die gleiche Geste. Es ist die gleiche innere und äußere Bewegung.
Jesus im Text (und im Herzen) und die Kommunikatorin auf dem RHIB (und an der Grenze Europas).
Es ist eins:
We will leave no one behind.
Ich werde dich nicht abweisen.
Es gibt diesen Ort. Er ist größer als der graugrüne Ausweis und die Notiz im Kirchenbuch.
Der Ort der unantastbaren Würde. Er ist hier. Er ist auch für dich.

Foto: © Eva Jung / adeo - www.scm-shop.de
UNITED4RESCUE - Jahreslosung 2022

Weltgebetstag 2022 - Zukunftsplan: Hoffnung

Leider müssen wir auch in diesem Jahr die WGT-Studientage vor Ort absagen, aber: Der Weltgebetstag 2022 findet statt! Zusammen mit den Frauen aus England, Wales und Nordirland, die die Gottesdienstordnung unter dem Motto „Zukunftsplan: Hoffnung“ erstellt haben, hoffen wir darauf, den Weltgebetstag am 4. März 2022 gesund und sicher miteinander feiern zu können - hoffentlich in den Gemeinden vor Ort.

Zur Vorbereitung bieten wir am 4. und 5. Februar zwei digitale Studientage an, jeweils von 9-12 und 13-16 Uhr. Kosten: 15 € für FH-Mitglieder, 20 € für Nichtmitglieder. Herzliche Einladung!

Titelbild WGT 2022 © Angie Fox / WGT e.V.
Anmeldung

WGT-Gottesdienst auf Bibel TV und online

Der Sender Bibel TV wird am Freitag, den 4. März 2022 um 19 Uhr einen 60-minütigen Gottesdienst zum Weltgebetstag 2022 ausstrahlen. Ebenfalls um 19 Uhr ist die Online-Premiere des Gottesdienstes auf www.weltgebetstag.de und dem YouTube-Kanal vom Deutschen Weltgebetstag sowie auf deren Facebook-Seite.

Wiederholungen: Samstag, 5. März 2022, 14:00 Uhr sowie Sonntag, den 6. März 2022, 11:00 Uhr

Vorbereitet wird der Gottesdienst von einem ökumenischen Team altkatholischer, baptistischer, evangelisch-lutherischer und römisch-katholischer Frauen. Musikalisch gestaltet wird er von Musikerinnen aus dem Weltgebetstags-Musik-Team.

Foto: © WGT e.V.
www.weltgebetstag.de

WGT 2022: Mailing-Aktion

Zusätzlich zu unseren digitalen Angeboten starten wir ab dem 10. Januar eine Mailing-Aktion. Verteilt über vier Wochen erhalten Sie Material zu verschiedenen Themenschwerpunkten der Gottesdienstordnung „Zukunftsplan: Hoffnung“. Freuen Sie sich auf vielfältige Informationen über England, Wales und Nordirland mit ihrer jeweils eigenen und doch gemeinsamen Geschichte sowie über Hintergrundinformationen zum Bibeltext aus dem Buch Jeremia. Erfahren Sie, wie sich die Themen Gewalt, Armut und Ausgrenzung auf das Leben von Frauen in diesen Ländern auswirken. Und natürlich gibt es auch praktische Tipps für die Gestaltung des Gottesdienstes.
Wenn Sie in unseren Mail-Verteiler aufgenommen werden möchten, schreiben Sie an christine.kucharski(at)frauenhilfe-rheinland.de.

EFiD: Brunhilde Raiser neu im WGT-Vorstand

Bei der letzten Sitzung des Weltgebetstagskomitees stand im November für den Vorstand eine Nachwahl aus dem Bereich der Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD) an. Neu gewählt wurde Brunhilde Raiser, Geschäftsführerin des Evangelischen Bildungswerks Oberschwaben. Die Theologin bringt umfangreiche Erfahrungen und Kompetenzen aus der (kirchlichen) Frauenarbeit mit. Sie ist uns gut bekannt als ehemalige Vorsitzende des Deutschen Frauenrats und ehemalige Vorsitzende der EFiD.
Herzlichen Glückwunsch an Frau Raiser und herzlichen Dank an ihre Vorgängerin Iris Pupak von der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland für ihren Einsatz in den letzten Jahren.

Weitere Inforrmationen

Spuren des Wandels

Evangelischer Frauen*sonntag 2022

Inspiriert von den prophetischen Verheißungen „der großen Verwandlung“, wie sie Jesaja 35, 1-10 bildreich verkündet, fragt das Vorbereitungsteam für den bundesweiten Evangelischen Frauen*sonntag 2022 nach Wandlungs- und Transformationsprozessen, in die wir heute verwoben sind, ihren Chancen und Gefahren. Es geht um Klimawandel und digitale Transformation, aber auch um die zarten Spuren und leisen Töne, mit denen persönliche Veränderungen einhergehen.

Das Arbeitshilfe hat 58 Seiten und kann gegen eine Gebühr von 5 € (zzgl. Porto) bei uns bestellt werden:
Evangelische Frauenhilfe im Rheinland, Ellesdorfer Straße 50, 53179 Bonn,
Tel.: 0228 9541 123, E-Mail: marion.ludwig(at)frauenhilfe-rheinland.de

 

Pilgern für Geschlechtergerechtigkeit

Der Ökumenische Rat der Kirchen hat seine Mitgliedskirchen zu einem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens eingeladen – Ziel ist die Vollversammlung des ÖRK 2022 in Karlsruhe. Die Konferenz der Genderreferate und Gleichstellungsstellen in den Gliedkirchen der EKD startet mit „Go for Gender Justice“ eine Pilgerinitiative, die auf ungleiche Chancen und fehlende Gerechtigkeit im Verhältnis der Geschlechter aufmerksam macht. Kernstück sind regionale über das Bundesgebiet verteilte Pilgeretappen ín zehn Landeskirchen.
Die Initiative wird am 1. Februar 2022 um 17:30 Uhr eröffnet (Online-Übertragung aus dem Haus der EKD in Berlin). Den inhaltlichen Impuls gibt Juristin Elke Büdenbender, Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber hält die Andacht.

Die Evangelische Kirche im Rheinland plant u.a. folgende Termine:

  • 12. Juni 2022
    Herkunft feiern – Zukunft wandeln, Gerechte Teilhabe für Frauen in einer multireligiösen Gesellschaft, Leitung: Katrin Meinhard, Kirchenkreis Krefeld
  • 13. August 2022
    Care-Arbeit, Kaiserswerth, Leitung: Sabine Richarz, Ev. Frauenhilfe im Rheinland
Pilgern für Geschlechtergerechtigkeit - Informationen der EKD zur Initiative
Evangelische Frauenhilfe im Rheinland e.V.
Ellesdorfer Straße 50
53179 Bonn-Bad Godesberg

Tel. 0228 9541 117
Fax 0228 9541 100
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