Monatsandachten

Andacht Juni 2020

Gottes Geist für alle Zeit(en) – Pfingsten

 

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Tim 1,7)


„So schnell wie früher bin ich wirklich nicht mehr“, verwundert klingt die alte Dame. Früher  - da ging die Arbeit in Garten und Haus ihr fix von der Hand. Und jetzt legt sie Pausen ein. Manches verteilt sie auf mehrere Tage. Ihr Tagesablauf hat sich verändert.
„Aber ich bin froh, dass ich es noch schaffe“, schiebt sie hinterher. Dankbar klingen diese Worte aus ihrem Mund. Schaut sie auf ihre längst verstorbene Mutter, stellt sie fest: Ich bin noch viel beweglicher als sie es in meinem Alter war.
Veränderungen im Leben hat sie erlebt und bestanden. „Mit Gottes Hilfe“, so würde sie es wohl ausdrücken. Gott hat ihr geholfen, hat ihr beigestanden. Das spürt sie und das trägt sie.

Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes, feiern wir. Wie wirkt der Heilige Geist unter uns und in uns?
„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ heißt es im 2. Timotheusbrief, Kapitel 1, Vers 7.

Der Geist der Kraft hat der alten Dame in ihrem Leben viel geholfen. Sie hatte ihren Beruf, hat geheiratet, Kinder bekommen und erzogen. Nun sind schon die Enkel groß. Und daneben gab es immer Haushalt und Garten. Wie hat sie das früher bloß alles geschafft? Keine Ahnung. Irgendwie ging es, musste ja auch gehen.

Ist das Pfingsten? Wenn die Kraft reicht für viele Aufgaben? Wenn ich staunend auf das schaue, was ich geschafft habe oder schaffe? Und sicher bin, allein, ohne Gottes Kraft, hätte ich es nicht hinbekommen?
Petrus und den anderen Aposteln ging es so an Pfingsten. Sie haben von Jesus erzählt. freimütig und kraftvoll, begeisternd. Ohne Gottes Geist wäre das nicht passiert.
In ihnen waren nach Jesu Tod, nach Auferstehung und Himmelfahrt doch viel Angst und Sorge. Sie hatten sich in ein Gebäude zurückgezogen, ja verkrochen. Da brauchte es Gottes Wirken und seinen Geist, damit sie wieder in die Öffentlichkeit gingen. Damit sie das taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte: „Gehet hin und lehret alle Völker.“

Die alte Dame schaut auf ihre Familie, erzählt von der Pubertät der Kinder und der Kindheit der Enkel. Voller Liebe tut sie es, auch wenn sie so manche Entscheidung der nachfolgenden Generationen nicht versteht. Sie hätte anders gehandelt. Aber die Zeiten ändern sich eben.

Ist das Pfingsten? Wenn der Geist der Liebe mich ermutigt, die ganz anderen Lebensweisen und Entscheidungen der Jungen zu akzeptieren und zu tolerieren, ohne meine eigenen aufzugeben?
Die Apostel Jesu waren sich nun wirklich nicht immer einig, wie es weitergehen sollte. Aber sie haben Wege gefunden, dass sie miteinander eine christliche Gemeinschaft bilden konnten, in aller Unterschiedlichkeit.

Die alte Dame wird milde, wenn sie von ihrer durchaus anstrengenden Nachbarschaft berichtet. Was die alles erlebt haben müssen, um so geworden zu sein? Sie zeigt Nachsicht, gibt nicht direkt Kontra, auch wenn ihr danach ist.

Ist das Pfingsten? Wenn der Geist der Besonnenheit mich einlädt, einmal innezuhalten, ehe ich auf anstrengende Menschen reagiere? Einmal Luft zu holen, ehe ich zu schimpfen beginne?

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ schreibt ein uns Unbekannter in Paulus Namen an Timotheus. Er erinnert Timotheus an all die Gaben Gottes, die in ihm stecken. Diese soll er „erwecken“. Er soll sie nicht aus Furcht verbergen und verstecken.

Ja, das ist Pfingsten. Wenn wir die Gaben Gottes, die in uns stecken, erwecken, zum Leben erwecken. So, dass sie wirken können, in uns und auch in anderen. Gottes Gaben wirken sich aus auf die Menschen, mit denen wir zu tun haben, die Familie, die Nachbarschaft, Freundeskreis, nicht zuletzt die Frauen der Frauenhilfe, mit denen wir zusammen sind.

So lasst uns Ausschau halten nach Gottes Geist mitten unter uns, nicht den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (Angela Scharf)

(in: Evangelische Frauenhilfe im Rheinland (Hrsg.), Andachten 2020. Fürchtet euch nicht! 24 Andachten durch das Kirchenjahr)
 

Gebet

Du Gott des Lebens,
deinen Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit schenkst du uns.
Wie oft haben wir ihn in unserem Leben gespürt und noch öfter gebraucht.
Durch wie viele Situationen hast du uns geführt und bewahrt.

Dankbar schauen wir zurück.
Und wir bitten dich für die kommende Zeit um deinen Geist, dass er uns im Leben weiterhilft,
wenn wir kraftlos, achtlos, ungeduldig mit uns und anderen werden.
Amen


Liedvorschläge

EG 136   O, komm du Geist der Wahrheit
Lieder zwischen Himmel und Erde Nr. 173   Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft

 

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