Monatsandachten

Andacht Januar 2020

Weihnachten weitertragen

„Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“ (Röm 12, 12)

Für viele mag der Zauber und Frieden der Weihnacht schon weit weg sein, dabei  fängt Weihnachten jetzt erst an. Heilige drei Könige - Epiphanias. Das Licht der Weihnacht breitet sich aus und wir sind gefordert, die Menschwerdung Gottes weiter zu entfalten, für uns und alle Welt.

Doch wie sieht es bei uns aus? Nun ist wieder Alltag eingekehrt. Weihnachten ist vorbei, die Dekorationen sind verstaut, vielleicht stellen sich noch Fragen: Hat sich durch Weihnachten irgendetwas verändert? Was hat Weihnachten bewirkt? Oder sage  ich: Weihnachten war schön, es ist vorbei, jetzt ist wieder Alltag.
Weihnachten als Fest mag vorbei sein – aber Weihnachten als Lebensprogramm nicht. Wir sollen das, was in Bethlehem verheißen ist, ins Leben tragen –Realität werden lassen. Doch bevor Überforderung sich ausbreitet, lasst uns nach Unterstützung und Halt suchen, dass  die Übung gelingt.

So eine Unterstützung finde ich bei Paulus. In einfachen  Worten zeigt er, wie ein Leben im Sinne der Weihnachtsbotschaft gelingt. Er  bietet  Orientierung, um den Geist Christi unter uns lebendig werden zu lassen. Im Römerbrief steht: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet“ (Röm 12, 12).
Auf den ersten Blick ist es eine sonderbare Zusammenstellung von Tätigkeiten, Gefühlen, Zuständen und Eigenschaften, doch sie beschreiben ein ganzes Leben: Fröhlichkeit und Trübsal, Hoffnung und Beharrlichkeit, Geduld und Gebet - Höhen und Tiefen, Emotionen und Charaktereigenschaften.

„Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“ - Wenn ich die Worte spreche, sehe ich eine Wendeltreppe vor mir.  Es ist  anstrengend  nach oben zu gelangen, aber ein Geländer gibt Halt. Und es geht Stufe für Stufe. Oben habe ich einen Überblick, neue Weite und neue Sicht.

Lassen wir uns auf Paulus und  auf neue Perspektiven ein. Greifen wir nach dem Geländer, um Weihnachten in unserem Alltag zu leben.   
Unsere Hoffnung: unser Lebensweg liegt in Gottes Hand; wir sind geborgen in Gott und gehen nicht verloren; Gott  ist da - hier und heute, jeden Tag, bei Sonnenschein und Regen; Gott ist da, wenn mein Weg und meine Zeit sich vollenden.
In diese Hoffnung übe ich mich ein, Schritt für Schritt, Stufe für Stufe. Diese Hoffnung  nährt und sättigt. Und diese Hoffnung - so Paulus - macht fröhlich. Lachen und Singen aus voller Seele, keine Spaßgesellschaft, aber Lachen und Singen, Tanzen und Ringelreihen.

Denn da ist auch Trübsal - Zweifel, Ängste, Unsicherheiten, Krankheiten, tiefe Täler und Anfechtungen. Nicht  Sonnenschein, sondern  Regenwetter, manchmal gar Unwetter. Und Paulus rät zur Geduld. Das ist leichter gesagt als getan. Geduld, wenn Schmerzen mich zermürben,  wenn die Zukunft zerbricht, wenn Leere sich ausbreitet? - Das ist doch zum Schreien! Ja, das ist es, aber Geduld ist wohl tatsächlich das Einzige, was hilft, in diesen Tiefen wieder Tritt zu finden.

Und dann ist da noch das Dritte: „Beharrlich im Gebet“. Hier ist der Ort zum Schreien, Klagen, Ringen. Im Gebet kann ich innehalten, fragen  und bitten, um Kraft und Stärkung, um Nähe und Begleitung. Sonst wäre Geduld übermenschlich. Hier ist der Ort zum Dialog mit Gott, zur Nähe, zur Begegnung. Im Gebet wird  die Hoffnung gestärkt und die Geduld kann wachsen.

„Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“ – Das sind Worte zum Festhalten; Worte zum Weitergeben; Worte, die ein Weg werden; Worte, die helfen, Weihnachten im Alltag zu leben.

Schritt für Schritt: „Seid fröhlich - in Hoffnung / geduldig - in Trübsal / beharrlich - im Gebet.“ In diesem Rhythmus vorwärtsgehen. Im eigenen Tempo, aber verbunden mit anderen. Schritt für Schritt, Stufe für Stufe, Einatmen - ausatmen. Im Klang der Worte. Es ist beinah ein Mantra, ein Wort, das uns beständig im Herzen ist.

Bleibt in Kontakt, nehmt Euch in Anspruch – und Weihnachten lebt.
Weitergehen - fröhlich, geduldig und beharrlich - beseelt von Hoffnung, getragen in Trübsal, als Gesprächspartnerin im Gebet – und Weihnachten lebt.
Weitergehen - Schritt für Schritt, Biegung für Biegung - immer mit der Ahnung, dass sich eine neue Perspektive auftut – und Weihnachten lebt.
„Seid fröhlich - in Hoffnung, geduldig - in Trübsal, beharrlich - im Gebet“ - und Weihnachten ist mitten unter uns – heute, morgen und bis Zeit und Raum sich vollenden. Amen  (Simone Pfitzner)

(in: Evangelische Frauenhilfe im Rheinland (Hrsg.), Andachten 2020. Fürchtet euch nicht! 24 Andachten durch das Kirchenjahr)
 

Gebet

Lasst ein Staunen losbrechen
über das Wunderbare, das Gott tut,
dass die Welt voll Freude werde!

Lass die Berge Frieden bringen, Gott, für alle Menschen,
und die Hügel Gerechtigkeit.
Den Kleinen und Machtlosen soll Recht verschafft werden
und den Armen geholfen,
und die sie bedrängen, sollen verschwinden.

Lasst ein Staunen losbrechen
über das Wunderbare, das Gott tut,
dass die Welt voll Freude werde!

Wie der sanfte Regen auf die Aue, soll Gerechtigkeit herabfahren
und Frieden wie die Tropfen, die das Land feuchten.
Die Übermächtigen und die Gewaltigen sollen zu Boden stürzen
und die Menschen füreinander leben.

Lasst ein Staunen losbrechen
über das Wunderbare, das Gott tut,
dass die Welt voll Freude werde!

Den Armen, die um Hilfe schreien, soll geholfen werden,
und denen es schlecht geht, weil sie keine Hilfe hatten.
Aus Unterdrückung und Mutwillen werden sie frei kommen,
und ihr Blut wird als zu kostbar gelten, ums es zu vergießen.

Lasst ein Staunen losbrechen
über das Wunderbare, das Gott tut,
dass die Welt voll Freude werde!

Voll wird das Korn auf den Feldern stehen in allen Ländern
und die Städte werden grünen wie das Gras auf Erden.
Ein Segen sollen die Völker einander sein
und sich mit Gott freuen. 

Lasst ein Staunen losbrechen
über das Wunderbare, das Gott tut,
dass die Welt voll Freude werde!
(zu Psalm 72: nach Klaus Bastian, Liturgische Texte in gerechter Sprache, S. 307f)
 

Liedvorschlag

EG 66   Jesus ist kommen
 

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