Monatsandachten

Andacht August 2020

„Fürchte dich nicht“

Liedandacht zum Lied „Fürchte dich nicht“ (EG 656)

Fritz Baltruweit ist einer der aktivsten und bekanntesten Komponisten neuer geistlicher Lieder. Besonders eindrücklich sind die offenen Singveranstaltungen auf Kirchentagen. Ob draußen im Regen oder in vollen Hallen, die Menschen singen mit ihm, genießen es. Es stärkt alle, die dabei sein können.

Baltruweit hat auch kritische Lieder in seinem Repertoire. Trotzdem ist das Singen mit ihm entspannend und anregend. Einmal nicht nur reden über die vielen Probleme, über Menschenhandel, die Zerstörung der Umwelt oder die Probleme des Altwerdens – sondern einfach singen, um dann gestärkt zurückzukehren in die Welt und ihre Sorgen.

Fritz Baltruweit hat über 1.000 Lieder erschaffen, manchmal nur den Text, manchmal die Melodie, ganz oft beides. Viele seiner Lieder sind weit verbreitet, finden sich in unseren Gesangbüchern und gehören zum christlichen Allgemeingut, wie zum Beispiel „Freunde, dass der Mandelzweig“ (EG 651: Text: Schalom Ben-Chorin 1942, Musik: Fritz Baltruweit 1981) und „Gott gab uns Atem“ (EG 432: Text: Eckart Bücken 1982, Musik: Fritz Baltruweit 1982).

Mit Liedern lassen sich Gedanken und Gefühle ausdrücken – wo es Worte allein viel schwerer haben.

Reinhard Mey beschreibt dies treffend in seinem Lied „Welch ein Geschenk ist ein Lied“:

„Denn alles, was sich in uns regt, 
jedes Gefühl, das uns bewegt, 
jede Hoffnung, die uns erfüllt, 
hat ein getreues Spiegelbild 
im Fluss der Töne, der stets wechselnd weiterzieht.“

Ein Lied kann viel mehr als Worte allein.

Nicht umsonst haben Paare oft „ihr Lied“. Es löst Gedanken, Gefühle und Erinnerungen aus, ohne dass viele Erklärungen nötig wären.
Die Verbindung aus Tönen und Texten kann die Seele zum Klingen bringen. Ein Lied erreicht tiefere Schichten in uns, wie es Worte allein nicht schaffen.
Die Welt der Lieder ist unendlich groß, und jeder Mensch kann dort finden, was er braucht.

Auch Baltruweits Lied „Fürchte dich nicht“ (EG 656; Text und Melodie Fritz Baltruweit 1981) hat es bis in unser Gesangbuch geschafft. Es ist eins der bekannteren neuen Lieder.

1. Fürchte dich nicht, gefangen in deiner Angst, mit der du lebst.
Fürchte dich nicht, gefangen in deiner Angst. Mit ihr lebst du.

2. Fürchte dich nicht, getragen von seinem Wort, von dem du lebst.
Fürchte dich nicht, getragen von seinem Wort. Von ihm lebst du.

3. Fürchte dich nicht, gesandt in den neuen Tag, für den du lebst.
Fürchte dich nicht, gesandt in den neuen Tag. Für ihn lebst du.

„Fürchte dich nicht“ besticht durch seine Schlichtheit. Die Melodie ist eingängig, und das Lied kann schnell mitgesungen werden.
Was aber dieses und viele andere Lieder von Fritz Baltruweit so besonders macht, ist der Text. In drei Schritten wird ein Weg beschrieben, den wir gedanklich leicht mitgehen können:

Gefangen in der Angst – eine Grunderfahrung, die jeder Mensch kennt. Ängste können uns ganz und gar lähmen. Gefangen in der Angst schaffen wir manchmal die einfachsten Dinge nicht mehr. Und finden selbst oft keinen Ausweg. Da muss etwas von außen kommen und uns befreien.

Getragen von seinem Wort: Gottes Wort spricht uns von außen an. Es schenkt Mut und Hoffnung durch die Zusage, dass Gott immer an unserer Seite ist, auch wenn wir es gerade nicht spüren können.

Gesandt in den neuen Tag: Aus Gottes Zusagen ergibt sich oft ein Auftrag. Doch wenn wir uns getragen wissen, erfüllen wir diesen Auftrag gern. Getragenvon seinem Wort können wir ohne Angst in jeden neuen Tag gehen. Denn die Angst hält uns nicht mehr gefangen. Und wir können anderen erzählen von dem Vertrauen, welches die Grundlage unseres Mutes und unserer Hoffnung ist.

„Lieder ... schaffen ... Wirklichkeit“ – so hat es Fritz Baltruweit einmal gesagt.

Ein Lied kann Angst vertreiben, Mut machen und neue Wege zeigen. Schöpfen wir also immer wieder aus dem reichen Schatz unserer Lieder. Sie geben uns Kraft für unser Leben! Amen. (Dr. Dagmar Labow)

(in: Evangelische Frauenhilfe im Rheinland (Hrsg.), Andachten 2020. Fürchtet euch nicht! 24 Andachten durch das Kirchenjahr)
 

Gebet

Guter Gott,
so oft sind wir gefangen in unserer Angst.
Dann können wir deine Nähe manchmal nicht spüren.
Stärke unseren Glauben!
Hilf uns, niemals die Hoffnung zu verlieren.

Guter Gott,
wir werden getragen von deinem Wort.
Doch ganz oft vergessen wir das.
Stärke unseren Glauben!
Lass uns deine Stimme aus den vielen heraushören!
Und lass sie uns zur Orientierung dienen!

Guter Gott,
du sendest uns in jeden neuen Tag.
Von dir begleitet gehen wir unseren Weg.
Stärke unseren Glauben!
Denn du bist bei uns, heute, morgen und alle Tage unseres Lebens.
Amen
 

Liedvorschlag

EG 656   Fürchte dich nicht

Ansprechpartnerin


alt

Christine Kucharski
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 0228 9541 117
 0228 9541 100

 E-Mail schreiben

Ansprechpartnerin


alt

Marion Ludwig
Materialbestellung

 0228 9541 123
 0228 9541 100

 E-Mail schreiben

24 Andachten durch das Kirchenjahr

Andachten 2020

Andachten 2020

Fürchtet euch nicht!
24 Andachten durch das Kirchenjahr
Information